Champagner-Etikett lesen: Alle Angaben einfach erklärt

Champagner-Etikett lesen: Das verrät dir jede Flasche
Mal ehrlich: Hast du schon einmal versucht, das Rückenetikett einer Champagnerflasche zu lesen?
Überall französische Begriffe, Abkürzungen und Zahlen. Auf den ersten Blick wirkt das kompliziert.
Dabei steht dort eine ganze Menge über den Champagner: wer ihn hergestellt hat, wie trocken er ist, welche Rebsorten im Spiel waren und manchmal sogar, wann er degorgiert wurde.
Anhand unserer eigenen Flaschen gehen wir die wichtigsten Angaben Schritt für Schritt durch.

① Die Dosage – der wichtigste Hinweis auf den Geschmack</h3 >
Wenn du nur eine Angabe beachten möchtest, dann diese.
Die Dosage bestimmt wesentlich mit, wie trocken oder süß ein Champagner schmeckt. Nach dem Degorgieren wird die Flasche mit der sogenannten Versanddosage aufgefüllt – je nach Stil enthält sie mehr oder weniger Zucker.
- Brut Nature – bis 3 g/l
- Extra Brut – bis 6 g/l
- Brut – bis 12 g/l
- Extra Sec – 12 bis 17 g/l
- Sec – 17 bis 32 g/l
- Demi-Sec – 32 bis 50 g/l
- Doux – über 50 g/l
Achtung bei Extra Sec: Der Name klingt trockener als Brut, tatsächlich ist diese Stufe süßer.
Gut zu wissen: Zwischen 2 und 11 g/l können geschmacklich Welten liegen – obwohl beides noch Brut ist. Manche Winzer drucken deshalb die exakte Dosage aufs Etikett. Findest du sie, sagt sie dir oft mehr als die Bezeichnung allein.
Bei bubbelle findest du ausschließlich Brut Nature, Extra Brut und Brut. Diese Stilrichtungen bringen die Handschrift unserer Winzer und den Charakter der Trauben besonders schön zur Geltung.
② RM, NM & Co. – wer steckt hinter dem Champagner?
Ganz unten auf dem Etikett steht meist eine Registriernummer mit zwei Buchstaben davor, zum Beispiel RM-25598-01.
Diese beiden Buchstaben zeigen dir, wer den Champagner produziert hat.
- RM (Récoltant-Manipulant): Der Winzer baut seine Trauben selbst an, produziert den Champagner selbst und verkauft ihn unter eigenem Namen.
- NM (Négociant-Manipulant): Ein Champagnerhaus verarbeitet eigene und zugekaufte Trauben, Most oder Grundweine.
- CM (Coopérative de Manipulation): Eine Genossenschaft produziert und vermarktet den Champagner.
- RC (Récoltant-Coopérateur): Der Winzer verkauft unter eigenem Namen, die Herstellung übernimmt jedoch eine Genossenschaft.
- MA (Marque d’Acheteur): Eine Handelsmarke.
Gerade bei RC lohnt sich ein zweiter Blick. Familienname, kleiner Ort, keine große Marke – von außen sieht die Flasche schnell nach klassischem Winzerchampagner aus. Produziert wurde der Champagner aber von einer Genossenschaft.
Bei bubbelle findest du überwiegend RM-Champagner, also Champagner unabhängiger Winzer und Familienbetriebe.
Mehr dazu bald in unserem Artikel „Was macht Winzerchampagner so besonders?“
③ Die Rebsorten
Viele Winzer geben auf dem Rückenetikett an, aus welchen Rebsorten ihre Cuvée besteht.
Auf unserer Cez-Rondeau-Flasche steht beispielsweise:
75 % Pinot Noir · 14 % Meunier · 11 % Chardonnay
Wenn verschiedene Rebsorten oder Weine zu einer Cuvée zusammengestellt werden, spricht man von einer Assemblage.
Blanc de Blancs steht für weißen Champagner aus weißen Trauben. Bei den klassischen drei Hauptrebsorten der Champagne bedeutet das: Chardonnay.
Blanc de Noirs wird dagegen aus roten Trauben hergestellt – Pinot Noir und/oder Meunier – aber weiß gekeltert.
Mehr darüber, was die einzelnen Rebsorten geschmacklich ausmacht, liest du in „Die 3 wichtigsten Trauben im Champagner – und warum sie den Geschmack prägen“.
④ Das Degorgierdatum
Vorgeschrieben ist diese Angabe nicht. Wenn du sie auf einer Flasche findest, lohnt sich ein Blick darauf.
Das Datum zeigt dir, wann beim Degorgieren das Hefedepot aus der Flasche entfernt wurde. Ab diesem Zeitpunkt entwickelt sich der Champagner weiter.
Bei einem Champagner ohne Jahrgang kannst du dich grob an zwei bis drei Jahren nach dem Degorgieren orientieren. Jünger zeigt er sich häufig frischer und lebendiger, mit längerer Flaschenreife können komplexere Aromen und mehr Tiefe entstehen.
Was dir besser gefällt? Am besten ausprobieren.
Wie du Champagner zu Hause aufbewahrst und wie lange er sich lagern lässt, erklären wir in „Champagner richtig lagern und genießen“.
⑤ Jahrgang oder Non-Vintage?
Steht eine Jahreszahl auf der Flasche, handelt es sich um einen Jahrgangschampagner, auch Vintage oder Millésime genannt. Die Trauben stammen dann aus einem einzigen Erntejahr.
Fehlt die Jahreszahl, handelt es sich meist um einen Non-Vintage-Champagner. Dafür werden Weine verschiedener Jahrgänge miteinander kombiniert, häufig auch mit Reserveweinen. So kann der typische Stil eines Winzers oder Hauses über die Jahre erhalten bleiben.
Ein Jahrgangschampagner verfolgt eine andere Idee: Er zeigt bewusst den Charakter eines bestimmten Jahres. Wetter, Reife und Erntebedingungen unterscheiden sich von Jahr zu Jahr – und genau das darf man schmecken.
Mehr dazu findest du in „Jahrgang, Vintage, Non-Vintage – kurz erklärt“.
⑥ Grand Cru und Premier Cru
Grand Cru und Premier Cru sind besondere Herkunftsbezeichnungen innerhalb der Champagne. Anders als in vielen anderen Weinregionen beziehen sie sich hier traditionell auf ganze Gemeinden und nicht auf einzelne Weinberge.
Die Bezeichnungen gehen auf die historische Échelle des Crus zurück. Damals wurden die Gemeinden danach eingestuft, welchen Preis ihre Trauben erzielen konnten. Gemeinden mit der höchsten Einstufung wurden als Grand Cru geführt, direkt darunter lagen die Premier Crus.
Heute wird dieses System nicht mehr zur Preisfestsetzung verwendet, die Herkunftsbezeichnungen sind geblieben. 17 Gemeinden dürfen Grand Cru tragen, 42 Premier Cru.
Das macht einen Grand Cru nicht automatisch zum besseren Champagner. Die Bezeichnung sagt zunächst etwas über die Herkunft der Trauben aus – was daraus im Keller entsteht, liegt beim Winzer.
⑦ Die Pflichtangaben
Außerdem findest du auf jeder Champagnerflasche einige gesetzlich vorgeschriebene Angaben, darunter Alkoholgehalt, Füllmenge, Erzeuger, Herkunft und den Hinweis auf Sulfite.
Die müssen drauf – für den Stil des Champagners sind die anderen Angaben aber deutlich spannender.
Kurz zusammengefasst
Wenn du beim nächsten Mal nur auf zwei Dinge achtest, bist du schon einen großen Schritt weiter:
- ✓ Die Dosage – sie zeigt dir, wie trocken der Champagner ist.
- ✓ Das Kürzel RM, NM oder CM – es zeigt dir, wer hinter der Flasche steht.
Beides findest du meist auf der Rückseite. Einmal umdrehen lohnt sich.
Warum wir uns bei bubbelle bewusst für unabhängige Winzer entschieden haben, liest du bald in unserem Artikel „Was macht Winzerchampagner so besonders?“



